Pferdefleisch ist Muskelfleisch und dient in der Fütterung in erster Linie der Versorgung mit Protein und – abhängig vom Fettgehalt – mit Energie. Seine Rolle ergibt sich aus seinem Nährwertprofil sowie aus dem Kontext, in dem es innerhalb einer ausgewogenen BARF-Ernährung eingesetzt wird.
Pferdefleisch übernimmt innerhalb der Rationsstruktur die Rolle des Muskelfleisch-Anteils. Es liefert essentielle Aminosäuren, trägt zur Energieversorgung bei und bringt typische Spurenelemente tierischen Ursprungs mit.
Es ist damit ein Protein- und Energieträger innerhalb der Gesamtfütterung. Die Bedarfsdeckung ergibt sich jedoch immer aus dem Zusammenspiel aller Bestandteile der Ration.
Typische Orientierungswerte für rohes Pferdemuskelfleisch (je nach Teilstück leicht variierend):
Wie jedes Muskelfleisch enthält auch Pferd nur geringe Calciumanteile. Die Einordnung des Calcium-Bedarfs erfolgt im Themenbereich Calcium im BARF.
Da Pferdefleisch häufig eher mager ist, liegt die Energiedichte pro 100 Gramm unter der von stark durchwachsenem Rind oder Lamm. Wird die Futtermenge ausschließlich über mageres Fleisch erhöht, steigt primär die Proteinaufnahme.
Für die Gesamtfuttermenge und deren Berechnung ist nicht nur die Fleischmenge, sondern auch der Energiebedarf des Hundes entscheidend. Grundlagen dazu findest du unter BARF-Menge berechnen.
Pferdefleisch wird häufig dann eingesetzt, wenn andere Proteinquellen bereits regelmäßig gefüttert wurden. Eine allergische Reaktion setzt eine vorherige Sensibilisierung voraus. Wurde ein Protein bisher selten gefüttert, ist die Wahrscheinlichkeit einer bestehenden Sensibilisierung geringer – ausgeschlossen ist sie nicht.
Die methodische Einordnung einer reduzierten Fütterung wird im Kontext der Ausschlussdiät behandelt.
Pferdefleisch kann langfristig Teil einer ausgewogenen Ration sein, sofern alle relevanten Bestandteile berücksichtigt werden. Entscheidend ist die Gesamtstruktur der Fütterung – nicht die Tierart allein.
Dieser Beitrag dient der fachlichen Einordnung innerhalb der BARF-Ernährung und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Therapie.